Inhaltsverzeichnis

  1. Jockey
  2. Carambole
  3. Rückschlag
  4. Wohlbefinden

Die Leidenschaft für Pferde wurde Springreiter Willem Greve in die Wiege gelegt. „Sehr früh!“, beginnt er lachend, als wir ihn fragen, wie alt er war, als er mit dem Reiten anfing. „Mit etwa drei Jahren saß ich schon bei meinem Vater vorne im Sattel, und schon in jungen Jahren hatte ich ein Pony. Meine Eltern hatten eine Pferdeklinik zu Hause, und ich kenne es nicht anders, als draußen im Stall zu sein. Diese Leidenschaft hat mich immer begleitet.“

1995 erreichte Willem den fünften Platz bei der Europameisterschaft im Springreiten für Ponys in Achselschwang (DE), gefolgt von weiteren erfolgreichen Europameisterschaften und Niederländischen Meisterschaften. 2009 gewann er zum ersten Mal den Nationenpreis in Kopenhagen mit Perpetua, und auch mit jungen Springpferden konnte Greve zahlreiche Erfolge erzielen: 2008 holte er Silber mit der 7-jährigen Uceline, 2016 wurde er Weltmeister mit dem 5-jährigen Garant und erreichte den 4. Platz mit der 6-jährigen Formidable. Doch eines seiner stolzesten Ergebnisse ist die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Tokio (2021) mit Zypria S N.O.P., wo er mit dem Team den vierten Platz belegte.

Jockey

„Früher war ich ganz verrückt nach dem Rennsport. Als kleiner Junge saß ich immer wie ein Jockey auf dem Pferd, aber dafür gibt es in den Niederlanden keine Zukunft, also bin ich zum Springreiten gewechselt“, erzählt Greve über seine Entscheidung für den Springsport. Nachdem er die erforderlichen Dressur-Punkte gesammelt hatte, wie es damals Pflicht war, wechselte er endgültig in den Springsport, in dem er „immer ehrgeizig“ war. Nach dem Schulabschluss begann Greve im Alter von 18 Jahren bei Henk Nooren zu arbeiten. „Bei Henk habe ich viel gesehen und viel gelernt. Für mich ist es eigentlich keine Arbeit. Das ist meine Leidenschaft, und ich mache das mit Freude, also ist es für mich überhaupt keine Belastung.“

Nicht nur das Reiten auf höchstem Niveau erfüllt Greve. Auch der Prozess, ein Pferd für den Spitzensport auszubilden, und die Kombination mit dem Handel sprechen ihn an. „Ich muss nicht jede Woche bei einem großen Turnier starten. An etwas mit einem Pferd zu arbeiten, junge Pferde auszubilden und alles, was dazugehört, das macht mir Spaß“, erklärt er. „Man versucht, ein Pferd auszubilden, und wenn man dann wie mit Carambole oder Grandorado selbst Spitzensport mit einem solchen Pferd reiten kann, gibt das unglaublich viel Befriedigung. Aber auch, wenn man ein Pferd während seiner Entwicklung verkauft und die Kunden damit erfolgreich sind und zufrieden, dann gibt mir das ebenso viel Freude.“

Carambole

Ein Pferd, das eine bedeutende Rolle in der Karriere von Willem Greve gespielt hat, ist der Hengst Carambole.
Das Duo konnte in seiner gemeinsamen Zeit mehrere Nationenpreise für sich entscheiden und stand auf vielen großen Turnieren, darunter Jumping Amsterdam, Indoor Brabant sowie internationale Wettbewerbe in Kopenhagen, Barcelona, Neumünster und Knokke, ganz oben auf dem Podium. „Carambole hat mich dorthin gebracht, wovon ich als kleiner Junge geträumt habe“, sagt Greve. „Er hat mich an Orte gebracht, die ich sonst nie gesehen hätte, und er hat mich zu einem besseren Reiter gemacht. Ich habe so viel von ihm gelernt und bin ihm unglaublich dankbar.“

2016 verletzte sich Carambole in Aachen. Einige Jahre später, 2019, durfte er erneut in Aachen starten. Dort zeigte er eine herausragende Leistung. „Da hat er wirklich die ganze Welt noch einmal sehen lassen, wie gut er ist“, so Willem. Der Höhepunkt der beeindruckenden Karriere von Carambole war für Willem der Sieg im Super League Finale 2021 in Barcelona. „Wie gut er dort im Alter von 17 Jahren gesprungen ist und wie er seinen Parcours absolviert hat – ich habe das Gefühl, dass Carambole diese Gelegenheit genutzt hat, um seine Qualitäten noch einmal der ganzen Welt zu zeigen. Deshalb habe ich entschieden, dass er dort seine letzte Runde drehen sollte, und wir haben diese Entscheidung keine Sekunde bereut“, sagt Willem.

Bei Jumping Amsterdam im Januar dieses Jahres nahm Carambole Abschied vom Sport. „Er hat eine solche Bühne verdient und hat im Januar einen sehr würdigen Abschied bekommen“, erzählt Willem. Ein besonderer Moment, bei dem nicht nur der Hengst, sondern auch sein Team im Rampenlicht stand: „Alle waren da – die Grooms, die Besitzer, der Hufschmied, der Tierarzt – jeder, der auch nur im Entferntesten eine Rolle im Erfolg von Carambole hinter den Kulissen gespielt hat, war anwesend. Diese Ehre gebührt auch ihnen. Am Ende bin ich derjenige, der mit ihm im Parcours reitet, aber ohne diese Menschen wäre das nicht möglich gewesen.“

Aktuell ist Grandorado TN N.O.P. eines der absoluten Spitzenpferde von Greve. Der Hengst wurde im Alter von 3,5 Jahren gekauft, und Willem ist froh, den Körungssieger so früh erworben zu haben. „Grandorado war immer ein außergewöhnlich großes Talent“, erzählt Willem. Das Reiten auf einem so viel beachteten Hengst bringt große Erwartungen von außen mit sich. Diese hat Grandorado laut Willem definitiv erfüllt: „Er hatte letztes Jahr ein großartiges Jahr und ist auch in der Zucht sehr erfolgreich.“

Das große gemeinsame Ziel ist die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Paris. „Das ist nah und doch noch weit entfernt. Aber das ist der Punkt am Horizont, auf den wir hinarbeiten!“

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Rückschlag

Im Sommer 2022 musste Willem einen herben Rückschlag verkraften: Bei einem Sturz von einem Pferd brach er sich sowohl den Knöchel als auch den Oberarm. Damit war klar, dass die Weltmeisterschaft ohne ihn stattfinden würde. Diese Zeit war für Willem alles andere als einfach, aber ihm wurde auch bewusst, dass er trotz der Enttäuschung weitermachen musste. „Das ist unser Beruf, und es wird immer etwas geben, das man wegstecken muss. Meine Verletzung war ein harter Schlag, und ich war wirklich niedergeschlagen, aber irgendwann muss man nach vorne schauen.“

Dabei ist Willem sehr dankbar für das Team, das er sich im Laufe seiner Karriere aufgebaut hat. „Ich habe mich mit großartigen Menschen und Besitzern umgeben. Das ist eine hervorragende Basis, auf die ich zurückgreifen kann. Ich bin unabhängig, mit guten Menschen um mich herum. Das ist ein sehr beruhigender Gedanke.“ Die Menschen, mit denen er zusammenarbeitet, geben Willem viel positive Energie, um das Beste aus sich und seinen Pferden herauszuholen. „Die richtigen Menschen um sich zu haben, ist alles“, betont Willem.

Wohlbefinden

Für Willem steht das Wohl der Pferde immer an erster Stelle. Das zeigt sich in seinem Training, bei dem er viel Wert auf Wiederholung und Feinarbeit legt – „machen, machen und wiederholen, wiederholen“, wie er es selbst beschreibt. Auch in anderen Bereichen spielt das Wohlbefinden eine zentrale Rolle. „Meine Pferdetransporter sind immer sehr praktisch ausgestattet“, erzählt Willem. Dabei ist ihm vor allem der Komfort der Pferde und seiner Grooms wichtig, aber auch die Zuverlässigkeit der Fahrzeuge. „Die Fahrzeuge von Roelofsen sind einfach Spitzenqualität. Ich habe einmal einen gebrauchten Roelofsen gekauft und bin seitdem nie mehr zu einem anderen Hersteller gegangen.“

 

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